Los!..-Ne… Jetzt aber!-Nope, bin ja ned wahnsinnig…-Nagut…-Willst du mich verar***en?

  • gestern 1 Uhr nachts: im Bett nach einem 18 Stunden-Tag inkl. Abenddienst
  • 2:30 Uhr nachts: Verdammtes Wasser vorm Schlafengehen will raus
  • 6 Uhr morgens: aaargh, wieso hab ich vergessen, mein Handy auszumachen und wer zur Hölle schreibt mir um die Uhrzeit SMS??
  • 7 Uhr morgens: Yay, der Lärm der Mistkübler dröhnt und schallt dreimal so laut durchs Schlafzimmerfenster zum Innenhof
  • 7:30 Uhr morgens: Flex, Stemmen, Metallgedöns – wer will schon lieblichste Vogerl in der Früh, wenn er Baulärm haben kann?
  • 8 Uhr morgens: Mit dicken Lidern und einer Laune, die eigentlich nach PMS schreit wuzel ich mich aus dem Bett. Mann aus dem Arbeitszimmer liebevollst: „Morgen! Wirf deinen [insert adjective] Hintern in dein Laufgwand und los, sonst wird der Wind am nachmittag zu stark!“

Ja, das klingt nach einem guten Plan. Und nach einer hervorragenden Möglichkeit, meine Laune so zu heben, dass ich niemanden den Resttag über fresse. Nach einem Blick aus dem Fenster, mit Aussicht auf das Baugerüst, auf dem gerade Bauarbeiter werkelten und mich belustigt anglupschten, hab ich mich dazu durchgerungen, meine Laufklamotten überzuwerfen, meinen Zopf durch die Lasche meines Schirmkäppis zu wurschteln und meine neuen Schuchis auszuprobieren. Auf das hatte ich mich eigentlich gefreut. Die dicke Wolkendecke draussen und gefühlte -1°C mit Wind habens ein bissle verdorben (wobei es kein besseres Gefühl gibt, als durchgefroren und komplett erschöpft unter die Dusche zu hupfen, wenn man weiß, viele andere drücken sich an solchen Tagen 😉 )

Kaum angezogen, hör ich Mann rufen. Ich solle aus dem Fenster schaun. Ömpfz. Ein anständiger Graupelschauer mit noch anständigeren Hagelkörnern dabei verwandelte die Strasse unten in eine weiße Gatschrutschbahn. So schnell, wie so ein Schauer auftritt, ist er meist auch wieder vorbei – denkste. 10 Minuten später ein greller Blitz und massives Donnergrollen keine 3 Sekunden nachher und kein Abbruch des Niederschlags in Sicht.
Guuuuuut… dann eben der Hometrainer. Kaum in Radmontur, blick ich aus dem Fenster und strahlender Sonnenschein. Okay, okay, kann passieren – ich geh zum Fenster und beobachte den Himmel – Wolken sind weg, Mann meint, ich soll doch gehen, also nochmal umziehen. Sowas muss man doch ausnutzen. Ich freu mich, dass ich vielleicht doch bisschen Chancen auf Sonne hab. In dem Moment, als ich mein Handy stummschalte und einstecke höre ich schallendes Gelächter aus dem Nebenraum. Ich soll doch bitte nochmals ausm Fenster schaun.

Rumpelstilzchen wäre nichts gegen mich gewesen. Dicke Schneeflocken, Hagel, Schnee – alles in Hülle und Fülle. Ich war beleidigt, und zwar so richtig! Ich legte mitten in der Küche einen Sitzstreik ein, mit vorgeschobener Unterlippe.
Ich geh gern bei regen laufen, bissl Wind is mir auch egal, aber das, was vor dem Fenster abging, das war mir dann nicht mehr wurscht. Als das Wetter etwas leichter geworden ist, hab ich auf „Trotzig – erste Güte“ geschalten und bin aus dem Haus gehoppelt. Die Bauarbeiter, die im Gang Zuflucht vor dem Wetter gesucht haben lächelten mir zu – eher mitleidig denn freundlich. Egal, ich ging da raus!

Was soll ich sagen? Fünf Minuten nach meinem Aufbruch hörte der Himmel auf, inkontinent zu sein, dafür nahm der Wind etwas zu. Ich war am Donaukanal die einzige Läuferin, aber es kamen nach und nach ein paar weitere dubiose Gestalten in Trainingskleidung hinzu. Und dann, am Heimweg nach 9 Kilometern, da kam die Sonne langsam durch. HAHA! Ich lache dir ins Gesicht, Wetter!.. aber nur ganz freundlich…im April macht das Wetter bekanntlich, was es will – nur ned stören dabei.

Fazit:

  • Ich hab das Wetter deutlich besser überstanden, als die vom Hagel erschlagene Ratte am Kanal
  • 9 Kilometer können recht rasch vorbei sein, wenn man sie mit Fahrtenspielattributen schmückt
  • Wenn man auch schon knapp dran ist, sein Frühstück retrograd wiederzusehen, aber es dennoch schafft, seubjektiv nciht mehr wie eine lasche Marionette herumzuschlenkern, dann scheinen Stabilisierungsübungen was zu bringen
  • Tempotraining is leichter bei so einem Wetter
  • Wenn man eine festgesetzte Strecke hat, ist das Selbstbelügenà la „nur noch um die Ecke“ schwer, aber von der Geschwinigkeit her kann man gut mogeln („Nur noch bis zu dem Laternenpfahl, dann darf ich langsamer! Haha, denkste! Weiter gehts!“
  • Die Dusche nach einem solchen Lauf ist irgendwie belohnender, als nach frühlingshaftem Sonnenschein
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6 Gedanken zu “Los!..-Ne… Jetzt aber!-Nope, bin ja ned wahnsinnig…-Nagut…-Willst du mich verar***en?

  1. Herrlich komisch geschrieben 😀 Das Wetter hat uns diese Woche auch einen Strich durch die Rechnung gemacht. Hab zwei Mal abbrechen müssen – wenn es so stark stürmt, dass man nicht vom Fleck kommt oder es gar donnert, dann bekommt mich auch der größte Ehrgeiz nicht auf die Laufstrecke 😀

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  2. Du bist also auch ein Motzmädchen – wie überaus symphatisch 😉
    Manchmal scheint sich halt alles querzustellen und da ist Motzen und ein Rumpelstilzchen-Tanz einfach das Einzige, was hilft!

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