Beobachtungen beim Vienna City Marathon 2015

Ich habe teilgenommen!

Okaaay… zwar zum Großteil auf der Couch, oder beim Wohnungsaufräumen vorm TV und mit Kaffee, statt schwitzend und laufend mit Gel und Isogetränk auf der Straße, aber ich hab ihn verfolgt. Und ich war tatsächlich beim Ring, und hab mir Teile des Spektakels live gegeben.
Dieses Jahr war das erste, das ich zur Zeit des Marathons in meiner Wohnung in Alsergrund verbracht hab. Darum musste ich das auch gleich einmal ausnützen und die Läufer „real“ beobachten und anfeuern. Es war eine ganz neue Erfahrung, einmal bei einem Lauf dabeizusein, aber nicht zu laufen. Alle für mich sonst machbaren Volksläufe in Wien, wie zB den Frauenlauf, hab ich entweder zeitlich nicht wahrnehmen können, oder ich bin mitgelaufen… Nichtsdestotrotz war auch dieser sehr kurze Ausflug toll. Die Zuschauer haben angefeuert, gepfiffen, und geklatscht, Zusprüche gerufen, und zwar nicht nur bei „ihren“ Leuten – ich hab dabei wirklich eine Gänsehaut bekommen und war auch komischerweise gerührt… und will das auch irgendwann einmal machen. Also, ok, Zuschaun auch wieder, aber teilnehmen! Vielleicht erst in frühestens zwei Jahren (Grundausdauer und so, ne?), und wahrscheinlich nicht beim VCM (way too many people, die Startblockabfertigung allein hat über 30 Min gedauert!), aber ich will auch mal… und wenn möglich bei ähnlichem Wetter wie heute! Bissle weniger Windig und bissle mehr Wolkerl am Himmel hätt ich ihnen gewunschen, aber wirklich fein.

Es waren gar faszinierende Läufer, Lauf- und auch Kleidungsstile zu beobachten. Ich befand mich kurz vor der Staffelübergabestelle bei der Universität bei Kilometer 21/22, und was mich – nach kurzem Nachdenken nicht mehr – überraschte war, dass die Staffelläufer deutlich fertiger waren, als die Marathondistanzler. Wie man nach 21 Kilometern noch zumeist so locker laufen kann, das hat mich bei einigen wirklich beeindruckt. Andere stapften und keuchten wie Dampfwalzerl (so wie ich das einmal machen werd 😉 ), manche ruderten mit Armen und/oder Beinen, wackelten mit Oberkörper und Kopf wie ein Wackeldackel, und wieder andere liefen so steif, als benötigten sie dringlichst einen Toilettenstopp. Aber alle liefen. Und zwar schon seit 21 Kilometern!

Der ORF Reporter Christoph Sumann, a.k.a. „Sumi“ wurde ja von einem motorradfahrenden Kameramann begleitet. Ich sah ihn an mir vorbeilaufen und muss sagen, nicht nur seine Zeit sub3 Stunden ist wirklich toll, aber vor allem, dass er nicht wahnsinnig geworden is, wenn da 3 Stunden neben einem ein Motorrad dröhnt und die Luft verpestet, und noch immer wieder Kommentare für die Übertragung gegeben hat, das find ich die echte Leitung 😉

Die Favoriten hab ich leider genau verpasst, und auch die Frauen, aber das machte mir nichts. Man sollte ja bei einem solchen Event nicht nur die sog. „Profis“ beachten, sondern vor allem, meiner Meinung nach, Otto Normalverbraucher und Maximiliane Mustermann, die neben ihren Alltagsgschafteln schaffen, ein so zeit- und substanzaufwändiges Training unterzubringen und die 42+Kilometer absolvieren! (Wobei man aaauuuch nicht die Läufer vergessen darf, die sich monatelang vorbereitet haben, aber aus welchen Gründen auch immer, abbrechen müssen!) Was ich niemandem wünsche, wo ich gerade die Rettung am Haus vorbeifahren höre…ja, dass man im Lazarett oder Krankenhaus endet.

Mein Respekt vor der Distanz ist wieder einmal gestiegen…

Die diesjährigen schnellsten „Jogger“
Lemma Sisay: 2:07:31h
Neuschwandtner Maj: 2:30:09h

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7 Gedanken zu “Beobachtungen beim Vienna City Marathon 2015

  1. Für mich persönlich sind ja solche krachvollen Stadtmarathons ein Greuel – aber zugucken tue ich hin und wieder schon ganz gerne.
    Und die unterschiedlichen Laufstile sind wahrhaft spannend….ich habe mal ein altes, grauhaariges Laufmännchen gesehen, dass kaum noch richtig gehen konnte und entsprechend bucklig losgelaufen ist….und genauso bucklig und holprig nach nur 3.45 Stunden ins Marathonziel gezockelt ist. Irre!

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    1. Mitlaufen wär eh ned so meins gewesen, aber Zuschaun war fein 🙂

      Hui! Ich will auch wenn ich alt bin noch laufen, das fasziniert mich immer, wenn solche Leutr jeglichr Vorurteile einfach „übern Haufen laufen“. Ur gut…:D

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  2. Wir waren auch dort – und es war toll. Ich hab bei manch eigenen Läufen schmerzlich erlebt, wie gsch**** es ist, wenn Leute nur schauen, nicht anfeuern oder gar abwertend reden. Deswegen feuer ich so gut wie immer an (unterbrochen einzig von Schmerzen in den Händen ^^). Und ja, da bin ich irgendwann auch dabei. Aber jetzt erstmal den VM schneller als letztes Jahr.

    Liebe Grüße
    Ente

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    1. Ja, das deppate Reden hab ich auch mitbekommen… konnte da nicht umhin ihnen böse Blicke zuzuwerfen. Ich kam mir bisschen doof vor, alleine dort zu stehen und zu klatschen, aber musste trotzdem sein!
      Ich drück dir ganz fest die Daumen, dass dein training so läuft, wie du es dir vorstellst!
      Liebe Grüße zurück!

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