Mein erstes Mal: Laufen im Lainzer Tiergarten

„Was huscht so grazil durch den morgendlichen Wald? Lauschet! Zartes Trippeln, sanftes Atmen und leichtes Knittern von Stoff… Verstecket euch!“

-SO haben die Wildschweine und auch die restliche Fauna das Lainzer Tiergartens sicherlich nicht reagiert, als ich um 8 Uhr gestern hineingelaufen bin, um ein bisschen Hügellauf zu praktizieren. Mein Stöhnen, Ächzen, Keuchen und Fluchen hat man vermutlich auch beim Nikolai Tor noch gehört, obwohl ich mich in der Gegend des Lainzer Tores und der Hubertuswarte herumgetrieben hab. Und Die Schweine haben sich vor Lachen ihre haarigen Bäuche gehalten, als sie gemerkt haben, dass ich Anstalten mache, so zu tun, als l i e f e ich den Weg zur Warte hinauf. Kräuln, wie man so schön sagt, trafs dann doch eher…kleinWP_20150415_08_33_18_Pro

Schon lange wollte ich mich einmal im Laufen im Lainzer Tiergarten versuchen, aber weder meine Kondition, noch ein Zeitplan ließen das auch nur irgendwie zu – ich muss entweder rund eine Stunde mit den Öffis hingondeln, oder eine halbe mit dem Auto, aber nur, wenn der Verkehr quasi nicht vorhanden ist. In der Gegend fahre ich zudem sehr ungern, da ich mich nicht echt auskenne und noch nicht sooo lange den Schein habe und noch großzügigen Respekt vor anderen Autos. Öffis würden mich auch nicht stören, aber wohin mit dem Krempel (zB Jacke, etc) den man beim Pendeln braucht, beim Laufen aber nicht? Daher wards gestern doch das Auto.

Zum Voraufwärmen bin ich ein wenig in der Umgebung des Lainzer Tores herumgegangen und dann auch gehoppel. Mannomannomanno… sehr hübsche Gegend. Dort wohnen ist sicher keine Mätzie!
Und dann bin ich gemütlich hinein, noch die Allee entlang war alles natürlich easy-cheesy. An deren Ende kleinWP_20150415_08_54_18_Progings dann nach links, und über einen unasphaltierten Weg zur Warte hinauf. Verzeiht meine Ausdrucksweise, aber „Oida?!“ – sprich, es war ziemlich hart, dieser steile Anstieg teilweise, der mich auch meterweise zum Gehen gezwungen hat. Ich hab was zamgflucht, G’tt sei Dank war niemand in der Nähe, der mich hätte hören können, sonst hätt sicher ein Exorzist beim Parkplatz dann auf mich gewartet!
Eigenartigerweise hat aber genau diese – für mich – ungeheure Anstrengung mich widerum angespornt und eine Menge Spass gemacht (für diese Aussage hätte mich mein Gestern-Ich sicher gehasst). Hinzu kam perfektes Wetter, super Temperaturen, bisschen Wind und ein in Knospen stehender Wald. Was will man denn dann mehr?kleinWP_20150415_08_31_17_Pro

Oben ankommen, wär gestern mein Tipp gewesen, ohne meine Zunge zu verschlucken oder meine Lungenspitzen auszukeuchen.

Als ich dann aber tatsächlich bei der Hubertuswarte war…hehe… war schon ein ziemlich gutes Gefühl. Ein Foto von ganz oben hab ich Depp in meinem Luft- und Glycogenmangel natürlich vergessen…

Als ich dann den weiteren Weg antrat, übers Rohrhaus, hab ich gemerkt, dass ich verkehrt gelaufen war – nicht von der Strecke, aber von der Richtung. Es ging die ganze Zeit eher stetig mehr bergab, was meinem rechten Knie gar nicht gefallen hat. Darum bin ich auch runter gegangen, anstelle von laufen, immer bedacht, dass ich mich gut muskulär anfange bei gedem Tritt und nicht hinunterstapfe. Ich denk mir aber, kleinWP_20150415_09_03_23_Prowenn ich zuerst lange, kontinuierlich bergauflaufe und undann nur einen kurzen „Abstieg“ hab, ist das besser. Sowohl von meinem ITB, als auch vom Training. Na, ich werde sicherlich wiederkommen, dann weiss ichs 😉

Schon fast wieder bei meinem Ausgangspunkt angekommen, galt es noch, den Naturlehrpfad zu belaufen. Der war eben. Haha… da bin ich dann aber wirklich zügig gelaufen, ohne dass es mich merklich angestrengt hätte. Wenn man mal „aufn Bärg ruff isch“, dann sind flache Stücke eine wahre Wohltat und fast langweilig im Normaltempo, hihi…kleinWP_20150415_09_03_04_Pro

Fazit: ich komme wieder, definitiv! Wie und wann (ausser Wochenends, da sicher nicht!) is noch unklar, aber so ein Kleinod an Natur muss man einfach nützen! Zudem bin ich ja nur einen Miniausschnitt gelaufen, da gib es so viele Wege noch zu erkunden und erlaufen – ik freu mir!

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8 Gedanken zu “Mein erstes Mal: Laufen im Lainzer Tiergarten

  1. Hach ja – ich finde ja es geht NIX über Laufen im Forst 😉 und bin trotz im Grunde hässlicher Wohnlage immer froh, das ich den schönen Wald so nahe bei mir habe 😉

    Ich muss jetzt erstmal googlen, was „Mätzie“ ist – dein Blog ist immer sehr lehrreich ;))

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    1. Aww, ihr wohnt dort? Ich würd jetzt sagen *neidisch vor grün werd* aber das ist so negativ besetzt. Voll schee.
      Naja, „laufen“ war das bei mir dann auch nicht echt gestern 🙂 Hauptsache raus und Luft, Pollenallergie und Wetter geniessen!

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  2. Die armen Wildschweine können einem aber auch leid tun, was sie alles mit Läuferinnen wie dir auch erleben müssen. Sich ein bisschen zu quälen, das hat was, vor allem danach !! Isses nicht schön, um diese Jahreszeit, die Hügel zu erklimmen ❓

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