Urlaub allein? Warum denn eigentlich nicht…

Für mich bis vor einiger Zeit einfach unvorstellbar! Wozu, und was soll man denn dann machen, und denken da denn nicht dann alle, man ist voll traurig beinand, weil man allein da sein muss, etc., etc…

Und was mach ICH grad? Jups, ich genieße alleine die Ruhe und Atmosphäre von Altaussee, in einem entzückenden Hotel.

Ich hab eine kleine Auszeit gebraucht (leider terminlich vielleicht doch bisschen zuuu kurz, aber man nimmt, was man krigt) vom Alltag, von gewissen privaten und beruflichen Themen und wollte nur mal die Seele baumeln lassen, auf dass sie sich wieder einkringelt.
Beim Gedanken, einfach mal weg zu fahren, kam mir in den Sinn, dass ich eigentlich noch nie alleine, wirklich alleine irgendwo war. Entweder mit Familie, Partner, Freunden, etc. aber noch nie allein. Da ich ein Megaschisshaserl bin, und sogar Zustände bekomm, wenn ich wo alleine den Frühstückssaal suchen soll, weil man dort auf mich wartet, oder wenn ich den WLAN-code von der Rezeption holen soll…erm, ja, man sieht, ich bin nicht so ganz die toughe globetrotterin 😉

Deshalb hab ich mir gesagt, ich fahr mal weg. Allein. Wohin, wos schön ist. Aber wie das eigene Land kennenlernen, wenn man eigentlich keine Ahnung von irgendwas, ausser der eigenen Hauptstadt hat? Tjaaa… witziger- und ironischerweise hat mich ein Bild auf Facebook angefixt, von einer Visagistin aus UK. Sie hat offensichtlich in Altaussee Urlaub gemacht, und ein Bild von dem hiesigen, namensgebenden See gepostet – und ich wollte dann unbedingt dort hin!
Beim Hotel-/ und Zimmersuchen hab ich dann auch mitbekommen, dass man ganz einfah den See umrunden kann – schwupp! Schneller hätten meine Laufsachen nicht im Koffer landen können 😉

Um ja auch sicher zu gehen, hab ich so ziemlich alles eingepackt, was ich hab, nur um für jedes Wetter gefasst zu sein. Fast. Das Utensil, das ich heute wirklich vermisst habe, war meine Sonnenbrille. Ich hab dem Wetterbericht bis noch vor zwei Tagen geglaubt, weshalb ich mir bei der Autofahrt dachte, dass ich bei Regen das Vergessen meiner Laufbrille verkraften könnte. Ich sags euch, hätte ich das Teil mitgehabt, dann würde es schütten, hageln, graupeln, was auch immer… aber ich habs vergessen, was sich als das beste herausgestellt hat: strahlendster Sonnenschein, mit kleinen fluffigen Wolkenfetzen am babyblauen Himmel!

Nach meiner Ankunft hab ich mich kurz im Zimmer ausgeruht, und so halbert ausgepackt. Für einen Kurztrip zahlts sich für mich kaum aus, meinen Koffer auszuräumen. Und ich war zu faul. Aber psssscht!
Fazit bis zum Zimmer: Kleine Burschen im Dorf haben mir irgendwas hinterhergerufen, weil ich ein Wiener Kennzeichen hab, aber die Rezeptionistin hat mich nicht gefressen, obwohl ich alleine angekommen bin! Is doch schon was 😉

Als ich mich dann endlich ins Laufzeug geworfen hab, war ich unschlüsssig, was denn nun anziehen bei 14 Grad? Ich bin heilfroh, dass ich mich noch dazu durchringen konnte, mein Gilet drüber zu ziehen.. war ganz brav windig streckenweise.

Natürlich hab ich mir auch gleich den Kopf zerbrochen, ob die Leute dann nicht komisch schaun, wenn ich so unten auftauch, oder rund um den See laufen will, oder so… Ich sag ja, ich hab nen Schaden 😉
Der Anfang der Strecke war gut beschriftet, und schon gings los: mit Laufen und mit der idyllischten mir je untergekommen Laufstrecke. Es ging los mit einem Kieselweg, entlang des Ufers, mit noch drei niedlichen Häusern an meiner Rechten (ich lief gegen den Uhrzeigersinn) und dann nur noch Nadelwald, mit einzeln eingestreuten Laubbäumchen, die den Weg umschlossen haben – aber nicht so dicht, als dass man den Traum von einem blauen See nicht mehr hätte sehen können. Die ganzen 7,5 Kilometer, die eine Umrundung misst behält man den Altausseer See im Auge, und die kleinen Hügerl rundherum..Loser, Schönberg, von denen ich eigentlich nicht echt Ahnung hab, welcher jetzt wie hoch ist, wo genau, was angrenzt..usw., aber schön sans ^^

Der lange, ziemlich ebene und gerade Pfad lädt einfach so richtig zum schneller Laufen ein. Ich wusste, dass ich für meine Verhältnisse rasch unterwegs war, und hab mich auch immer wieder ein bisschen zurückgehalten, aber es hat einfach so gepasst! Wenn nicht doch ein paar Ministeigungen und Wurzel, sowie Steine den Weg durchzogen hätten, dann wär ich vermutlich irgendwann gegen einen Baum gerannt, weil ich sonst nur auf den See, und den imposant steilen Berg dahinter gestarrt hätte. Das Wasser wurde vom Wind gekräuselt, was in der frühen Nachmittagssonne den ganzen See hat glitzern lassen. (Auch hier: ich hätt nur die Oberfläche angestarrt. Hm, entweder bin ich eine Elster, oder „frau“ glotzt bevorzugt glitzerndes Zeug an) Ab circa der halben Umrundung passiert man den Tesselwald, und die Bäume werden etwas weniger. Es wirkt am Fuße desSchönbergs gleich steiniger und streckenweise säumen Felsstücke den Weg.

Kurzzeitig hat die Sonne mich dann gut erwischt, aber einerseits war ich ausnahmsweise kluk und hab mich eingecremt, und andererseits hat der Wind wunderbar gekühlt. Wirklich ideal!
Die zweite Häfte ist anders…bisschen mehr Gras, aber nur marginal, bis man wieder nach Fischerndorf/Altaussee zurückgaloppiert.

Meine erste Runde war ungestüm, ich hab mir die Landschaft angesehen, Fotos gemacht und bin gelaufen, aber die zweite hab ich zum Genießen der Landschaft hergenommen. Es waren eigentlich sehr wenige Leute unterwegs, mir sind ein paar wenige entgegengekommen und ich hab ein paar überholt – alle anderen waren spazierend oder mit Staberl unterwegs. Es ist so herrlich erfrischend, dass die Leute einen hier grüßen und anlächeln. Das stellt für mich Wienerin witzigerweise eine kleine Überwindung dar, bin ich es aus der Stadt hauptsächlich gewohnt, dass man böse angestarrt wird, wenn man jemandem begegnet..Schade!
Eine Gruppe älterer Deutscher Spaziergänger ist mir bei meiner ersten Runde entgegengekommen. Sie waren sehr freundlich und haben bewundernd geschaut und mich durchgelassen. Bei meiner zweiten Runde sind die mir nochmal begegnet, und das war einfach nur süß! „Mensch, sach mal, is das das selbe Mädl?“ „Ja, klar! Die wievielte Runde isses denn? Die zweeiite? Waaahnsinn, was ne Leistung! Prima!“ Ich hab noch ein paar weitere voll herzige Bewunderungen gehört, als ich dankend, keuchend, schwitzend aber lächelnd vorbeigehüpft bin. Bei solchen Begegnungen muss man dann doch unwillkürlich ein bisschen sprinten. HA! Wenn sie mich dann ca 100 Meter weiter gesehn hätten… Reden, Rufen, Lachen und Sprinten. Da kann nur Übelkeit rauskommen. Aber die war flux wieder weg und beschwingt gings weiter!
Bis ich die beiden Damen mit dem Kinderwagerl nochmal aus dem Weg scheuchen musste. „T’schuldigung! Ein letztes Mal noch, bitte!“ „Huch! Is des die zweite Runde? Ja, super! Immer weiter so!“ – ich mag Zurufe o.ä. normal nicht, aber das hat mich dann heut nochmal richtig gefreut!
Vermutlich kennt mich, bzw meine Rückansicht, jetzt ganz Altaussee 😛

Nach einer Dusche und ausgiebigsten Dehnen hab ich mal das Begrüßungs-Lebkuchenherz in meiner Gier aufgefressen, und zwei Äpfel. Das hat gut bis zum 4-gängigen Abendessen gereicht. Jetzt bin ich voll, zufrieden und tierisch müde! (und vermutlich ab morgen massiv verkühlt, mit Nase zu, Husten und allem, aber psssscht, hat sich ausgezahlt!) Laut meiner Uhr – und auch meinen Beinen, öfz – hab ich 15,1km in 1:28h runtergebogen, exklusive kurzer Fotopäuschen. Alter, ich werd morgen so hinnig sein, hihi…

Hier noch ein paar kleine Bildchen von heute…

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Wie seht ihr das eigentlich, alleine verreisen? Komisch? Okay? Gut? Habt ihr schon, wollt ihr mal?

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10 Gedanken zu “Urlaub allein? Warum denn eigentlich nicht…

  1. wie seht ihr das eigentlich, alleine verreisen?

    S O ! 😉

    Bin schon als Kind auch gerne mal alleine durch Feld, Wald und Flur gestromert, als Jugendliche durch die Länder getrampt und spätestens seit ich nach dem Abi im Alter von 18 Jahren zwei Monate mit einem Reisestudienstipendium der ZIS – Stiftung in Israel unterwegs war (alleine zu reisen ist eine der Bedingungen der Stipendien), weiß ich, dass es für mich geradezu lebensnotwendig ist.
    Nicht grundsätzlich und immer alleine (unternehme durchaus auch Gruppentouren und -Urlaube und liebend gerne (Weit-)Wanderungen z. B. mit meinem besten Ehemann oder einer Freundin) – aber immer mal wieder und in völlig unterschiedlichen Ausprägungen (Wanderung, Laufreise, Kurztrip, längere Touren mit Abenteueranteilen …) brauche ich das Allein-Unterwegssein.

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  2. Ich könnte vor Neid erblassen! Urlaub mache ich, wie alle anderen auch liebend gerne. Allein Urlaub machen würd ich manchmal schon ganz gern! Ich habe mir einfach noch nie wirklich die Zeit dafür genommen. Die ganze Organisiererei bis ich dann mal los kann war mir bisher zu wieder! Aber bei deinen Bilder, ach ich würd mich am Liebsten ins Auto setzen und los fahren zu meinem Alleine-Urlaub 🙂 Ich wünsch dir noch viel Spass, da oben beim See!

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  3. Einen wunderschönen guten Morgen – du hast alles richtig gemacht, für so schöne Laufstrecken kann man ruhig mal ein Stück von Wien aus fahren, sieht toll aus.

    Früher bin ich auch schon mal alleine gefahren, aber – ehrlich gesagt – mir hat was gefehlt, ich fand es schöner, wenn man zu zweit läuft und auch zu zweit am Tisch sitzt und die guten Speisen genießen kann. Dabei bin ich gerne auch mal alleine mit mir, aber nicht im Urlaub !

    Wie heißt der See, die Gegend – einfach nur schön – ein toller Kontrast zur Ostsee !

    Lass‘ es dir einfach nur gut gehen und zeig‘ es den deutschen Touristen !! 😉

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    1. Guten Morgen 🙂
      Es is schon ein gutes Stück von Wien, aber ich konnte am Weg her gleich mal dringendts notewendige Besuche in Oberösterreich machen 😉 Ich bin grad am Altausseer See, in – *trommelwirbel* Altaussee 😉
      Da ich keinen Laufpartner habe, geht mir das im Speziellen auch nicht ab – nur beim Frühstück, da würd ich gerne zu zweit die Aussicht bewundern. Is aber eine Erfahrung, die ich doch nciht missen möchte.

      Hihi, die waren so niedlich ❤

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  4. Hallöchen erstmal, ich bin von Frau Mohrs Newsletter aus hier rüber gehopst. Und natürlich hat sie Recht. Schöne Schreibe.. Alleine Urlaub – früher undenkbar, heute manchmal ein frommer Wunsch. Und dann an einem solch schönen See und dann noch laufend.. ein Traum! Gruß Anja

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    1. Hallöchen und guten Morgen!
      Hui, danke! 🙂 Ja, es tut echt gut, und ich würde es auch jedem mal empfehlen, aber mit zunehmenden Verpflichtungen wird das schwieriger zu verwirklichen..aber ich glaube, auch immer wichtiger. Liebe Grüße

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