Des Wahnsinns fette Beute Pt.1 – Stadion Center Lauf 2015

Doof. Nett. Bescheuert. Dämlich. Unvorsichtig. Unüberlegt. Hilfsbereit. Nachgiebig. Ehrgeizig. Minderbegabt.

Das wären so Worte, die meine Wochenendplanung gerade beschreiben.

Ich hab mich vor etwa einem Monate für einen 10 Kilometerwettbewerb angemeldet, einem Freund zuliebe. Ich war aber davor schon für einen 10er einen Tag darauf angemeldet, und natürlich hab ich nicht gesagt: „He, du, ich lauf schon am Sonntag 10K, ich lass den 10K a Samstag sein, bzw mach ich vll nur einen 5er…“ Naaaaiiiiin, wo kämen wir denn da hin? Machn wa beides! Na klaaa! Warum denn nicht? 😀
I hoss mi jetzt scho…

Heute, am Samstag war der Stadioncenter Lauf, beim, wie der Name schon sagt, Stadion Center, direkt neben dem Ernst Happel Stadion. Es handelt sich um einen Volksauf der Wien Energie, wobei man entweder 5 KM, 10 KM oder Nordic Walking 5 KM wählen konnte bei der Anmeldung. Wie schon erwähnt  hatte ich ein bisschen Schiss, dass sich wenige, dafür trainiertere Menschen hierfür anmelden würden. Es wurden dann doch noch über 160 Läufer, für die meinige Distanz von 10 Kilometern, was mich etwas erleichtert hat, und anfangs bei Start dann noch einige 5 Kilometer-Läufer, also eh alles in allem ganz kuschelig beim Start.

Angemeldet hab ich mich, weil Peter nicht alleine laufen wollte, bzw. Weil er am Sonntag keine Zeit hatte. Sprich, entweder er läuft alleine, oder gar ned oder ich lauf beide. Da ich schon einige Zeit für den sonntäglichen Praterblüten Lauf angemeldet war, bevor ich ob der Existenz des Stadion Center Laufes wusste.

Nagut, auch schön. Die Organisation war ganz oki, aber es war ja auch eine überschaubare Anzahl an Läufern war, alles zusammen. Vom Startsackerl hab ich mir nix erwartet, daher bin ich auch nicht enttäuscht gewesen, als in einem kleinen Seesackähnlichen Beutel ein NÖM Fasten ProteinDrink auftauchte und ein Müsli-Protein-Riegel, sowie bissl Werbung. Die Startnummer mit bereitgestellten Sicherheitsnadeln an meinem Leiberl befestigt, den Chip in mein Schuhbandwirrwarr eingebacken, nochmal im Center auf den Porzellanthron gestiegen (das war schon sehr praktisch, Unmengen an sauberen Klos!) und mit einer Wasserflasche nahe dem Startbereich im Schatten gewartet. Peter und ein Freund von ihm haben die Zeit etwas verkürzt mit kurzweiligem Geplaudere. Peter wollte seine Zeit von März schlagen (57Min auf 10KM bei „Laufen hilft“; sein erster Lauf überhaupt, ohne Training), und ich wär einfach happy gewesen mit alles um rund eine Stunde. Was natürlich gelogen ist, ich wollte meine Zeit desselben Datums unterbieten, da lief ich 59Min/10KM)

Ich wäre eigentlich in guter Form gewesen, bis auf 12 Kilometer Wandern gestern. Wofor ich nur wirklich „Angst“ hatte, war die Temperatur: Sonnige 25 Grad hat es heute in Wien. Der wärmste Trainingslauf dieses Jahr hat bei etwa 17 Grad und Wind stattgefunden, und ich bin eher jemand, der es kalt mag. Hitze bekommt mir normalerweise weniger.

Genug gejammert: Um 14:00 Uhr gings an den Start, und ab die Post. Peter und sein Freund sind futsch gewesen, als ich die Matte erst überquert hatte. Lauter Gepiepse, seis von der ChipZeitnehmung oder von dem Meer an Pulsuhren, die gestartet wurden.

Ich war gut drauf, locker und der erste Teil der 5 Kilometer Rundstrecke, die ich zwei Mal zu laufen hatte, verlief im Schatten. Dennoch begann sich die Strecke zwischen den Kilometerschildern immer mehr zu ziehen… Bis endlich die Wende kam, und der Rückweg – leicht abgewandelt – zum Stadion begann. Ich hab bei den mir entgegenkommenden Läufern immer nach meinen Kumpanen Ausschau gehalten, aber nicht entdeckt, da dacht cih mir schon, dass sie wohl ziemlich gut dabei gewesen sein dürften. Mit KM 4 begann mein persönlicher Höllentrip im Kopf. Mir war fad, ich überholte Leute, Leute überholten mich, es war so heiß, mein Käppi hat zwar mein Gesicht vor Sonne geschützt, aber es war so heiß am Kopf, mein Kaugummi hat den Geschmack verloren, aber ich wollte ihn nicht tauschen, und dann kam noch der ewig lange Kilometer am Asphalt, zum Start. Um dann noch eine Runde zu galoppeln

Heiß, Durst, Langeweile im Kopf und eine Nase, die so verstopft war, dass ich wirklich keine Luft bekam. Verdammte Pollen! Ich hab 5 Minuten gekämpft mit meiner Nase, da ich kein Taschentuch dabeihatte. (gelogen, ich hatte eines dabei, in meiner Hinterntasche, in das ich Münzen eingewickelt hatte, damit sie nicht klimpern, aber das war durchgeschwitzt, und ich wollte nciht, dass die Münzen klingeln)
Ich war sehr ungustiös, hab aufgezogen und war ein Pradebeispiel an schlechten Manieren, aber was hätte ich denn machen sollen? Yeah.. weiterrotzen 😀
Meine Muskeln haben sich super angefühlt, Kondi war gut, aber meine Lunge hat wegen O2-Mangel gebrannt, vor allem die Lungenspitzen… Das hat mir meine Motivation schon getrübt. Luft ist im Sport doch vielleicht nicht soooo unwichtig.

Ja, das ging dann so weit, dass ich ein paar Minuten mit dem Gedanken gespielt hatte, einfach aufzuhören, weil es keinen Spass machte. Zeitweise gings echt nicht gut… aber dann wieder besser, also Pobacken zusammenkneifen, aufziehen wie ein Kutscher, Käppi richten und weiter ein Bein vors andere. KM 8 und 9 in der prallen Sonne, am Stadion dann nochmal vorbei, wo schwarz gekleidete Fußballfans gafften, und mit Magenziehen und Atemnot ins Ziel fallen, auf die Knie, den Chip abmachen udn einwerfen, Finisher-Medaille und Ströck-Sackerl entgegennehmen, und sich ärgern, dass man 60 Minuten gebraucht hat! (Anm. d. Redaktion: 1:00:38h)
Peter stand noch immer schwitztend beim Eingang. 45 Minuten! Wahnsinn! Ich will das auch mal 😀

Nach einem Becher Wasser und ein paar Schlucken isotonischem Getränk (das nach abgestandenem Blutorangenschweiss schmeckte) hab ich dann wieder Luft bekommen, und mich sogar bisschen gefreut, dass ich fertig gelaufen bin! Die Erleichterung kam dann gut durch, aber auch das Fluchen.klein_WP_20150425_16_54_54_Pro

War doch alles nicht so schlimm, im Nachhinein wars auch ganz lustig… (jetzt mit mehreren Stunden Abstand, Pommes im Bauch, und Steinöl auf den Haxen nach einer Dusche – was auch den gesunden, ranzigen Schmierfilm am Foto meiner gespreizten Zechn erklärt)

Morgen derselbe Sch***s nocheinmal weils so schön war 😀

(…not?)

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8 Gedanken zu “Des Wahnsinns fette Beute Pt.1 – Stadion Center Lauf 2015

  1. Na, hart durchgekämpft. Ich meine unter so widrigen Umständen die 60 Minuten geschafft zu haben, ist doch wirklich gut. Die Pollen hauen doch gewaltig auf die Kondition.

    Und 45 Minuten sind im übrigen jenseits meiner Vorstellungskraft. 55 Minuten könnte ich mir mit Training vorstellen. Mein letzter 10er war gequält mit 57 irgendwas und wenig Spaß…

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    1. Da hast du recht – ich unterschätz die Pollenlast doch immer. Heute wird jedenfalls ein Taschentuch mitgenommen…
      45 is auch Wahnsinn, also, f mich auch mit Training nciht echt vorstellbar…
      Spass macht das alles meist erst im Nachhinein, was einen wieder in den Ruin traibt, sich beim nächsten irgendwann anzumelden *g*

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    1. Hihihi, nein, gsd nicht! Stell dir vor, alle weiblichen Teilnehmer laufen dann beim Humanic langsamer vorbei, bzw. „will nur kurz was schaun“ – und weg warn se 😉
      Der Lauf ging von der U2 Stadion, direkt beim Eingang los, und am Ernst-Happel vorbei auf die Hauptallee, irgendwann dann Lusthausstrasse, Meiereistrasse und zurück. Die „indoor“-idee is intriguing 😉

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