Des Wahnsinns fette Beute Pt.2 – Praterblüten Lauf 2015

*blinzel blinzel*
*decke übern kopf zieh*
„Meh, wie spät isses denn, bitte“, an mich selbst murmel.
*Wecker böse anzwinker*
06:11 Uhr
„Hmpf“
*herumwälz*
Nach misslungenen Schlafversuchen hab ich um 06:32 Uhr meinen Leib aus dem Bett geschwungen – und sofort gemerkt, dass meine Beine mir den Lauf von gestern noch ein bisschen nachtragen. Die Oberschenkelaussenseiten aben ein bisschen gemaunzt und gebremstelt, aber nach geglückter Verfrachtung ins Bad und nach frühmorgendlichem Dehnen haben sie dann eine Ruh gegeben und haben nur Oberschenkel-Sitzstreik-Versuche gemacht. Erfolglos. Ich bin trotzdem nicht wieder ins Bett, sondern hab mir mal Weckerl aufgebacken, die ich 3 Stunden vor dem nächsten Event dann mit vielerorts verpönter Kombi: Erdnussbutter und Marmelade gemampft hab. Und einem Kaffee mit Milchschaum (manuelle Milchschaummachbecher machen Spass 😀 ) und Obstsaft.

Es war geplant, dass Mann und ich eine Freundin, Claudia, abholen und Mann bringt uns zum Prater, wo Claudia dann dankenswerterweise auf mein Kramuri aufpasst – und danach fahren wir zu zweit, weil Mann mit Rad und wir mit Auto, zu meinen Eltern nach Transdanubien, genauergesagt, nach Donaustadt.
Also besagte Freundin aufklauben und dann wegen einer anderen Laufveranstaltung (3. Internationaler Frühlingsmarathon des LCCs) ein gutes Stück vom Startbereich, dem Lusthaus, rausgehaut werden, und zu Fuß hinmarschieren.

Um circa halb zehn waren wir beim Lusthaus, wo sich eine kleinere Menschenmenge als gester zusammengefunden hatten, die noch plaudernd herumgestanden sind. Der Start/Zielbereich war eigentlich nur durch zwei Luftsäulen und Matten erkennbar, die halbwegs frei in der Wiese standen. Die Atmosphäre war um Welten freundlicher als gestern, die Leute sahen fröhlicher und entspannter aus und das Wetter war ziemlich genial. Ich wollte nicht so unbedingt gern laufen, schon von der Früh an, aber Mann meinte, ich muss. Und ich wär auch sehr unzufrieden gewesen, wenn ichs nicht zumindest versucht hätte. Außerdem hat mich der Kommentar von milesmore

Den eigenen Willen zu besiegen ist auch eine sauwichtige Art Training.

zum Nachdenken gebracht und voll motiviert! Danke, and dieser Stelle 😉

Ich hatte erst am Vortag gelesen, dass es sich bei der Strecke hauptsächlich um frisch gemähte Wiese und Waldwege handeln sollte. Das hat mich nur insofern beunruhigt, als dass ich immer Angst hab, dass ich mich verlauf und den Weg überseh – was natürlich bei einer solchen Veranstaltung vollkommener Schwachsinn is… aber ich hab solche Talente…

Die Kombi aus Waldwegen und 20°C leicht bewölkt fand Anklang und ich war unendlich erleichtert, dass es nicht so heiß war wie gestern! Einfach schön wars! Und die Streckenumgebung und die Strecke selbst kannte ich auch noch gar nicht, da ich mich nie jenseits des Lusthauses begeben hab… im Nachhinein gesehen: a Schand 😉 klein_WP_20150426_07_43_27_Pro

Nervös wurd ich dann aber schon, trotz vorgenommender Gelassenheit, als ich der lieben Claudia mein Pinkerl in die Hand gedrückt hab und den Läufern zum Start gefolgt bin. Sehr locker, sehr amical und sehr kuddelmuddelig wars schon, aber, wie auch schon erwähnt, sehr sympathisch und es gab keine Übertretungen des pers. Wohlfühlbereiches, sprich, kein unfreiwilliges Kuscheln und kein Drängeln.

Heute hab ich meine Uhr rechtzeitig gestartet, aber eh nur, um sie die kommende Stunde nicht zu beachten. Gepiepst haben wieder alle, aber deutlich weniger Uhren als beim Stadion Center Lauf, sondern die Zeitnehmungschips in der Startnummer. Das hat mich auch irgendwie entspannt, warum kann ich aber nicht sagen.

Um Punkt 10 Uhr wurde also losgaloppelt. Der Beginn war eine Wiese. So far no problem. Sie war nur sehr holprig und mit einigen, durchs Gras verdeckten Löchern gespickt, was dann doch ein bisschen Konzentration und Koordination erfordert hat und nicht zu Bestzeiten einlud. Ebenfalls nciht zu Bestzeiten hat der offensichtlcihe Vater beigetragen, der zick-zack gelaufen ist, nicht auf den Weg schaute und die ganze Zeit mit seinen Kindern am Spielplatz nebenan gerufen hat und doch eine Behinderung darstellte. Ich wär da fast umgeknöchelt seinetwegen, aber is nix passiert, also alles gut. Weiter gings dann in einen schattigen Abschnitt, mit kieseligem Waldboden, der mir wirklcih viel Spass zu laufen gemacht hat. Allgemein war die Laufrunde abwechslungsreich und gut übersichtlich, aber man musste vor allem bei den zwei, drei grasigen Abschnitterl schon auf den Boden schauen, und nicht die (wie heissen sie auf Deutsch? Die Wegweiser?) Marshalls angrinsen, wenn sie einem zuklatschen 😉

Wie auch gestern hat sich bei mir ab Kilometer 5 eine dezente Luftnot herauskristallisiert, derer ich mich aber mit einem Taschentuch und massivem mukösem Tröten erwehrt hab. (heute mit Taschentüchern von Claudia versorgt worden, Buja!) Die Ohren knacksten, mir war kurz schwindlig, aber… ich bekam Luft!! Wahnsinn, das nenn ich Doping! Ich tat mir dann mit adäquater O2-Versorgung massiv viel besser. Bis Kilometer 8. Dann dasselbe Spiel wieder und ich dankte den Pollen, dass sie sämtliche meiner Kopföffnungen zugehen liessen. Meine Augen waren auch nicht echt offen.. aber egal – ich hatte Taschentücher!!

Mein subjektiv längster Kilometer war heut der 8-9te, abgesehen von dem immerlangen letzten, den ich bis aufs tiefste Verabscheue. Einerseits weiss man, es is bald vorbei, es gibt bald was zu trinken und Ruhe und die Übelkeit geht weg, und der Kopf wird seine Farbe nach dem Ziel auch irgendwann von knallrot zu korallenrot wechseln… aber bis dahin ists noch ein f*cking Kilometer.

Genau diesen letzten [FLUCH]-Kilometer hab ich heut auch am meisten gehasst. Die Streckenführung sah nämlich vor, dass man so Schleifen auf der Wiese läuft, bei denen man Leute in seine Richtung laufen sieht, wenn man umkehrt. Auf der holprigen Wiese. Und man sieht einerseits die Strecke, die direkt vor einem liegt, aber auch die, die nach der Wende noch zu absolvieren is – das is doof. Auf den letzten 300 Metern etwa hat mich dann eine Läuferin noch überholt, mit gutem Tempo, aber bei mir ging einfach nicht schneller. Der Gedanke „Noch eine Spur schneller und du kotzt, noch eine Spur schneller und du musst speibm“ war omnipräsent, weshalb ich in meinem Tempo dahingedackelt bin. Im Nachhinein denkt man natürlich, es wär noch mehr gegangen, alles nur eine Frage im Kopf…

Dann hab ich Claudia am Wegrand, ca. 200 Meter vom Ziel entfernt gesehen, wo sie geklatscht hat und mir zugerufen hat, da war der obige Gedanke veregessen und ich konnte noch einen Sprint einlegen, und die Uhr zeitgerecht stoppen.

58 Minuten und 30 Sekunden

Offiziell, wie auch auf meiner Uhr. YES!! Unter einer Stunde!! Mit 10KM vom Vortag in den Haxen und zwei „Schnäuzstops“. Aaaaaah happy!

Hochrot, schweissschimmernde Birne, keuchend – aber awesome 😉

Nach einer mehr oder minder langen Reise und einem Liter gespritztem Apfelsaft weniger, sind wir dann bei meinen Eltern angekommen, wo ich gleich mal Gluschassuppe, Sachertorte und Eiscreme weggeputzt hab wie nix. Mein Vater, der mich begrüßt hat mit: „Nau, wirst a immer dünner – wie war der lauf?“ hat nicht schlecht gestaunt, was ich alles mampfen konnte. Und es war so guuuhuuuut. Keine Sorge, die gemeingefährliche Torte, und auch das bedrohende Eis stellen keine Gefahr für die Öffentlichkeit mehr dar. Ich habs gegessen, ausschließlich der Volkssicherheit zum Wohle, natürlich. klein_WP_20150426_13_15_29_Pro
Meine außerordentliche Beobachtungsfähigkeit hab ich auch gleich unter Beweis gestellt, und von dem orangen Liegestuhl den Garten observiert. Keine Auffälligkeiten zu melden gewesen. Nur ein Dackel, der kuscheln kam und seine feuchte Nase an mein Wadl drückte, wenn ich wegzuschlunzen und meine Beobachtungstätigeit zu vernachlässigen drohte.

Und, was für ein Lauf ist morgen? 😉

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10 Gedanken zu “Des Wahnsinns fette Beute Pt.2 – Praterblüten Lauf 2015

  1. von „Vernunft“ existieren mehrere überzeugende Versionen – persönlich tendiere ich meistens zu der von dir gewählten Variante 😉

    Und dafür, dass du ja noch nicht lange wieder unter den Laufenden bist, finde ich die Zeiten geradezu grandios! Gratuliere!

    Gefällt 1 Person

  2. Es geht doch nichts über solche Läufe gegen jede Vernunft. Ist mir auch schon so ergangen, wird mir just an diesem Wochenende auch so gehen. Aber manchmal müssen solche Aktionen einfach sein, und manchmal tun solche Aktionen im Nachhinein auch verdammt gut 😉

    Liebe Grüße und einen guten Start in die Woche,
    Markus

    Gefällt 1 Person

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