Erdbeer-Cantuccini-Tiramisu (ohne Ei)

Ich kenne nur wenige Leute, die ein „Zieh-mich-hoch“ verschmähen. Sogar die, die Kaffee oder Amaretto nicht mögen, schaufeln den strukturierten Biskotten-Gatsch oftmals zuhauf in sich rein, auch wenn ein mehrgängiges Menü vorausgegangen ist. Wenn das Tiramisu gut gemacht ist, stört das aber nicht ,es geht immer noch rein– es schleicht sich langsam in die letzten Winkel, die noch nicht von dem restlichen Mahl okkupiert sind und machts sich dort gemütlich.

Ich gehör da auch zu der Fraktion, die Kaffee in Mehlspeisen und Desserts nicht so gern mag, und auch Amaretto ist nicht echt meines, aber die Konsistenz von Tiramisu, das am besten über Nacht durchziehen durfte – s’geil, Oida.

Wo die Temperaturen derzeit auch den Wetterfrosch eher zu Grillhendl verschmurgelt, hab ichs gerne fruchtiger und ein bisschen frischer. Im Fall von Tiramisu dann auch ohne Ei. Daher hab ich anno dazumal im Urlaub diese Mutation des italienischen Tiramisus fabriziert. Da ich damals in Italien war, kamen dann einfach noch ein paar Cantuccini rein. Die Mandeln geben dann eine tolle Marzipannote und ein bisschen einen Biss. Erdbeeren waren damals gerade reif, also nehma mal Erdbeeren. Aber es ist so einiges an Obst und Beerenobst möglich – muss ich mal ausprobieren…aber Erd- und Himbeeren safteln so fein 😉

Morgen bin ich zum Grillen bei Freunden eingeladen, und kümmer mich freiwillig um die Nachspeise (und Kräuter-Knoblauchbutter), weil ich beim Nachspeisemachen dann auch schon davon naschen kann. Da kann ich leider kein „fertig und am Teller“-Bild anbieten. Nur ein „in Klarsichtfolie eingewickelt und im Kühlschrank vor sich hin ziehend“-Bild. Aber genug geschwafelt, hier mal, was man alles braucht, für in etwa 10-12 gut mampfende Gäste. Oder weniger Futterer und noch mehr für sich selbst am nächsten Tag.

Zutaten:

  • eine geeignete Form – ich hatte eine 25x20x9 Zentimeter Pyrex-Auflaufform
  • 750g frische Erdbeeren
  • 500g Mascarpone (gibts meist auch in „light“-Version, hab ich aber noch nie probiert)
  • 250g Magertopfen
  • 250g Magerjoghurt
  • 6 EL Vanillezucker
  • Kristallzucker
  • Saft einer Zitrone
  • 200g Cantuccini
  • Ca 300g Löffelbiskuit/Biskotten – hängt von der Form ab
  • Blutorangensaft (oder Granatapfelsaft, Cranberrysaft, Waldbeerensaft,…)
  • 1 EL Kakaopulver
  • Optional: einen Schuss Crème de menthe

Zubereitung:

Erdbeeren waschen, trocknen und in Scheiben schneiden. Die Zipferl, die keine schöne Scheibe mehr ergeben, kann man würfeln und beiseite stellen. Oder einfach selbst futtern.

Die Cantuccini in Stücke schneiden. Nicht zu groß sollten sie sein und nicht zu klein. Kleine bröseln sowieso immer runter beim Schneiden.

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Für die Creme Mascarpone, Magertopfen und das Joghurt glatt rühren, bis keine Klumpen mehr sichtbar sind. Das geht am Besten mit einer Gabel, da die noch recht feste Masse einfach im Schneebesen picken bleibt und sich stantepede weigert, sich von dort fortzubemühen. Den Vanillezucker hinzufügen und den Zitronensaft, sowie wirklich nur einen kleeeeiiiinen Schuss Likör. Alles gut unterrühren und dann, je nachdem, wie süß man es haben möchte, mit Kristallzucker süßen und immer wieder gut rühren. Da muss man nur ein bissle aufpassen, da der Zucker ja ein bisschen zum Auflösen braucht, also vorsichtig mit der Süße und lieber einmal zu oft rühren, als einen Zuckermatsch haben.

Wenn die weisse Creme zur Zufriedenheit gesüßt wurde, die Erdbeerzipfelstücke, die noch nicht verputzt wurden, hineingeben und die kleingehäckselten Cantuccini dazuleeren. Und was machen wir dann? Genau, wir rühren alles unter!

Jetzt dürfen die Biskotten einmal eine Runde mittelalterliches Bäckerschupfen erleben. Vorher gießt man noch etwas Blutorangensaft in eine flache Form, damit man die Löffelbiskuits sehr kurz der Länge nach eintunken und wenden kann. Ein Biskuit nach dem anderen wird getunkt und gleich in die Form geschlichtet, sodass sich ein Boden bildet.

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Auf diesen Boden klatsch ich meist einige Löffel Mascarponemasse, sodass alles dünn bedeckt ist. Als nächstes schichte ich eine Ebene Erdbeerscheiben. Auf diese fogt wieder Mascarponegatsch, dann Biskuits, dann Creme, dann Erdbeeren, usw… bis man nichts mehr überhat und das letzte Level die Creme bildet.

Nun nimmt man ein feines, kleines Sieb zur Hand (man kann auch ein Teesieb nehmen, wenn man sonst nix hat), manövriert einen Esslöffel Backkakaopulver hinein und staubt dann das Tiramisu komplett mit einer Schicht Kakaopulver zu. (Ich mag das sehr gern, daher geb ich den Kakao schon vorm Durchziehen dazu – und dann, vorm Servieren nochmal eine Schicht.)

Jetzt packt man das Ganze noch in ein bis zwei Lagen Frischhaltefolie und verstaut es zum Schlafen, mindestens über Nacht, im Kühlschrank. Mehr Lagen Folie sind nötig, wenn ihr geruchlichte Störenfriede offen in euren Eiskästen herumlungern habt. Speckiges Aroma ist an und für sich ja super, aber nicht sooo toll, wenn man auf eine fruchtige Nachspeise hofft 😉

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6 Gedanken zu “Erdbeer-Cantuccini-Tiramisu (ohne Ei)

  1. Sehr lecker, mache ich fast genauso, nur “ befeuchte “ ich die Biskuits mit Espresso, wie beim richtigen Tiramisu, ich mag den Geschmack von Kaffee – ansonsten guten Appetit, aber wie ich dich einschätze, ist nichts mehr da, hättest ja mal eine grooooooooooooße Portion rüber schicken können !!! 🙂

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    1. Hehehe, es ist noch einiges da, aber ich denke, bei dem vorherrschenden Wetter (hier noch immer so 32Grad) würd das Vorbeischicken etwas erschwert. Ich will gar nicht wissen, in welchem Aggregatzustand es bei dir ankäme… Wenn dus dir bis morgen abholst, gerne 😀

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