WIen läuft bei Nacht – Vienna Night Run 2015

Die Wiener Ringstrasse. Oft für Demonstration missbraucht, für sinnbefreite Aktionen, wie „Rasen am Ring“, oder wie die kostenintensive Begrünung der verkehrstechnisch wichtigen Prachtstrasse heißt und auch für Laufveranstaltungen. Man mags vielleicht heraushören, dass ich so manchen Kurzweil auf dem Rundkurs um die Wiener Altstadt nicht gutheiße – nicht nur, weil man dann echt schwer irgendwohin fahren kann, auch nicht mit der Tram oder Bus, sondern weils meiner Meinung nach Geldverschwendung ist – aber Laufveranstaltungen, die es schon viele Jahre gibt, die sind meinem Läufer-Ich natürlich schon ein Anliegen. Slightly biassed, I know 😉
Ebenjene sind aber auch lange, lange vor Stattfinden angekündigt, und lassen so auch zu, dass man sich andere Verkehrsrouten überlegen kann. Außerdem nicht einfach mitten unter der Arbeitswoche, und wenn, dann zu Zeiten, die niemandem mehr wirklich wehtun.

So auch der jährliche Vienna Night Run. Wie der Name vermuten lässt, findet er am Abend/in der Nacht statt, und der Kurs verläuft genau die Wiener RIngstrasse entlang. 5 Kilometer lang, brettleben, leicht zu laufen, viel Platz und einige wunderschöne Bauten am Wegesrand in der Nacht. Die Möglichkeit bietet sich nicht jedem und so kommen auch 20.000 Teilnehmer zusammen, die mal so herumhoppeln wollen. Für nen 5 Kilometer-Rennen ist das schon eine ganze Menge, weshalb auch die Startblöcke mit einigem zeitlichen Abstand gestaffelt wurden. Die Leutchens, die sich die 5000 Meter in  unter 25 Minuten zutrauten, starteten um 19:50 Uhr… da gehörte ich wohl nicht dazu, nope, nope. Ich startete um 20:50 Uhr, bei all jenen, die sich über 31 Minuten Zeit nahmen um den Ring zu radieren. Zu meiner „Verteidigung“ muss ich jetzt mal sagen, dass ich mit einer Freundein startete, die noch nicht so lange läuft. Auch wenn wir nicht gemeinsam, Seite an Seite herumgalloppelten, so konnten wir zumindest gemeinsam starten, und uns alle 2 Minuten anraunzen.
„Es is saukalt.“
„Mir is schlecht.“
„Muss ich laufen?“
„Ich will Kekse.“
„Ich auch. Und Kakao.“
„In der Ordi [Anmerkung d. Autorin: Wir konnten unser Kramuri in den Büros meines X lassen, in der Nähe des Starts] liegen Simpsons-DVDs, Spekulatiuskekse und es gibt Kaffee. Was machen wir hier?“
Jaaa, das macht dann mehr Spass, die Zeit vorm Start, wenn man so gegenseitig herummotschgern kann. Kalt wars wirklich, aber in der Menge gings. Schlecht war ihr und mir gleichermaßen. Und laufen wollten wir beide sogar – eigentlich. Nein, okay, eigentlich wirklich. Eigentlich…
20:50 Uhr. Und mit mit der Masse! Jetzt tatsächlich mehr als nur eigentlich! Ich verabschiedete mich von meiner Freundin, und machte mich mal ans Durchwurschteln durch die menschliche Sintflut. Tja, selbst schuld, wenn ich mich in nen langsameren Block eintrag… es waren viele Leute. Sehr viele. Und das Überholen war auch eine Herausforderung für sich. Dadurch, dass wirklich SO VIELE Jogger/Läufer herumtrapsten, kam man auch auf der fünfspurigen Ringstrasse nur schwer weiter. Es stellte sich heraus, dass das aber nicht nur unvorteilhaft war, sondern auch seine eigenen Vorzüge hatte; man hat einfach nicht gemerkt, wie schnell die Kilometer gemampft wurden.

Ich hab insgesamt schon zwei Mal beim Night Run mitgemacht, aber das ist schon zwei Jahre her… und ich kann mich noch genau erinnern, dass ich schon bei Kilometer 2,5 komplett im Eimer war und geschnauft hab, wie eine Dampflok.

Dieses Mal allerdings lief ich. Ich lief einfach, und es machte irrsinnig viel Spass. Wenn es kalt ist, dann ists einfach meins, merk ich. Einfach laufen, leider viel zu oft abbremsen und ausweichen, aber einfach ohne Schnaufen und Atemnot laufen. Sehr fein… Man sah einige Autos am Rand stehen, die den Ring nicht queren durften. Das beste war allerdings eine Autofahrerin, die zwischen Börse und Schwedenplatz erbost am Strassenrand stand und in schönstem Wienerisch rief: „Können Se bitte wo andas laufen? Wir wollen nach Hauseee!“ – tja hättste mal Zeitung gelesen!
Mich traf nur kurzzeitig der Schlag am letzten Kilometer, als plötzlich drei Fotographen MITTEN am Weg KNIETEN, um Fotos zu machen. Vollbremsung, ned auf die Schnauze legen, ausweichen, niemanden anderen mit voller Wucht anrempeln, weil großflächiger Stau, fluchen! Wieder anstarten und weiterhoppeln. Kurz vorm Ziel. Blaaargh!
Nach 28:30 Minuten kam ich im Ziel an. Ohne Magenschmerzen, ohne Atemnot, ohne irgendwas. Das mir das mal passiert, dass ich zu WENIG Gas geb, das hätt ich mir nicht gedacht… so antiklimaktisch war das Ziel… noch dazu ständig der Gedanke, dass ich sicher eine 27er Zeit geschafft hätte – aber das is nach dem Einlauf auch hinfällig, der Gedanke 😉
Alles in allem aber ein sehr feiner Lauf, den ich jedem ohne Angst vor Menschenmengen mal empfehlen würde. Die Organisation war dieses Jahr auch wieder sehr gut (aus den Vorjahren war weniger gutes Feedback bekannt…) und das Leiberl war wiedermal unschön, aber praktisch. Das nimmt man aber bei der relativ geringen Startgebühr von 20€ in Kauf, v.a wenn das Geld einem guten Zweck zu Gute kommt.
Jetzt fehlt nur noch der Sie+Er Lauf im November und die Laufsaison ist mal fürs Erste vorbei. Aber ich starte schön motiviert in den Winter. Im Kalten z laufen ist so schön… und, wer weiß, vielleicht kommt ja ein gröberer Tapetenwechsel 😉

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