6 Uhr Früh – der Frühverkehr in der Lobau

Drückende wechselt sich mit trockener Hitze ab, die Quecksilbersäule klettert nicht einmal in der Nacht unter die 21 Grad Marke, am Tag schon gar nicht unter die 33er Marke. Keine Chance, um irgendwie zu verschnaufen, oder sich zu erfrischen. Besonders schlimm ist es in der Stadt, wo die Luft noch dazu steht und nicht einmal ein Lüfterl die stickige Luft bewegt.

Ich wohne zwar jetzt nahe beim Lainzer Tiergarten, wo es definitiv noch angenehmer ist, als in der Innenstadt, aber meine Wohnung hat weder Balkon, noch Garten – und das noch dazu unter dem Dach. Trotz dieser eher ungünstigen Voraussetzungen ist es halbwegs erträglich – wenn man sich nicht bewegt und eigentlich aufhört zu existieren. Da ich momentan auch nicht laufen gehen kann, oder wandern, oder sonst irgendwas, da die eine Sehne in meinem Fußerl nach wie vor beleidigt ist, hab ich einfach meine Sachen gepackt und bin zu meinen Eltern aufgebrochen, die am anderen Ende Wiens wohnen, mit Haus, Keller, Garten, Planschbeckerl und noch dazu 5 Minuten vom Wald entfernt. Hier lassen sich die 36 Grad schon eher aushalten. Mein Fahrrad, das hier in der Garage abhängt – wortwörtlich – war ein weiterer Grund, warum ich aus Hietzing „geflüchtet“ bin. Ohne Bewegung an der frischen Luft bin ich nur schwer auszuhalten – besonders für mich. Wobei… wenn man Freunde und Familie fragt, dann würden die mich auch gerne gelegentlich mit dem Kopf voran ins Klo stecken. Vor allem, wenn ich dann noch PMSig bin. Uiuiui…

Äh..wo war ich? Ach ja, Rad. Ich habe es riskiert und meinen Fuß belastet, mit Fahrradfahren in der Au. Und gut wars! Ob für den Fuß, bin ich mir nicht 100% sicher, aber für mich wars ideal! So kams, dass ich sowohl heute, als auch letzten Freitag bisschen vor 6 Uhr aus den Federn gehupft bin und einmal für 30 Kilometer und heute für 15 in den Wald gestrampelt bin.

Ich kann euch gar nicht sagen, was für ein Zugewinn an Lebensqualität das bedeutet. Diese 1-2 Stunden lassen mich bei der derzeitigen Wetterlage zumindest für entsprechenden Zeitraum vergessen, dass ich den Resttag lang ein schmelzender Haufen Gewebe bin. Herrlich kühl, schattig, und anfangs nur mit wenigen Sportlern nahezu menschenleer – das gibt Kraft und Elan für den angefangenen Tag (während dem man ohnehin nur herumkugelt). Ich würde das so gerne meiner Familie näherbringen, aber keiner steht so früh auf, und ebenso macht keiner Sport. Also, zumindest keinen Ausdauersport. Sprich: ich stosse auf äusserstes Unverständnis, wenn ich schon frisch geduscht in die Küche komm, und von meinem kleinen Ausritt berichte. Schade.. dabei würde ich wahnsinnig gerne jemanden mitnehmen… alleine ists aber auch ganz wunderbar, keine Frage!

Mich wunderts immer wieder, egal, ob ich per pedes oder hoch zu Drahtesel unterwegs bin, wie durchschn. zwei zierliche Damen einen 3 Meter breiten Weg allein mit Nordicwalkingstöckerl und nebeneinander gehend, komplett blockieren können und dann auch noch motschgern, wenn man klingelt – obwohl man ihnen entgegenkommt – wo sie doch überhaupt nicht aus dem Weg gehen Oo Und auch, wie viele Leute ihren Kelev (auch gerne in der Mehrzahl) mitziehen, an diesen unmöglichen FlexiLeinen (unbrauchbar, da es dem Tier keine wirkliche Grenzen aufzeigt!, egal welche Hundgröße!) oder gar trotz Leinenpflicht das Viecherl einfach frei rumlaufen lassen. Es sind dann meist nicht einmal die Hunde, die glotzend mitten am Weg stehen, sondern die Herrl oder Frauerl. Bis dato hatte ich noch nicht das Vergnügen, auf Grund dessen einen Salto vom Rad vollführen zu müssen; ich werde immer seeehr langsam, wenn ich Tierhalter passiere…
Allerdings wärs mir heute am ersten Kilometer fast passiert, dass ich in ein Reh reinfahr. Komischer Hund, denk ich mir. So staksige Beine, so rotbraun, so…ah, eh, ein Reh! Jap, und das hat mich dann mit großen Augen angeschaut, hat nochmal am Frühstück herumgekaut und ist dann auf den Weg gehüpft. 3 Meter vor mir. Meine Bremsen funktionieren.
Wenig später hat dann auch noch ein Fasan gemeint, er muss mal frontal schaun, wie ich radel, aber der war klüger, und so an die 10 Meter entfernt. Er zeigte sich von meinen Radelkünsten ebenfall eher wenig beeindruckt.
An einem angrenzenden Feld konnte ich noch ein paar Feldhasen beobachten, die sich am Buffet bedient haben und ganz klassisch, als Türsteher, hab ich ein oder zwei Eichelhäre vernommen. Die Viecherl lassen sich aber wirklich nur sehr zeitig blicken. Ab etwa 7 Uhr ist das am häufigsten angetroffene Getier noch immer der gemeine Läufer, der die milden Temperaturen von 24 Grad nutzen will und knapp danach in der Häufigkeit der Spaziergeher. Nebst den unliebsamen, nordicwalkenden Wegblockaden. Och, aber ich hab nichts gegen Walker….nur manchmal.

Soo, und zum Abschluss noch ein paar Bildchen 🙂

Wie schön golden die Morgensonne durchscheint...
Wie schön golden die Morgensonne durchscheint…

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Man ahnt noch kaum, dass der Tag unglaublich sonnig wird – und verdammr heiß

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12 Gedanken zu “6 Uhr Früh – der Frühverkehr in der Lobau

  1. Ich nicke mit dem Kopf – dabei bin ich ja nur THEORETISCH Frühsportlerin und schaffe es nie, am Wochenende so früh aufzustehen 🙂
    Bin also eher ein früher Wurm ehrenhalber – und ganz neidisch, wenn ich sehe, wieviel schöne Eindrücke und Fotos die ECHTEN frühen Vögel abgreifen 😉

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  2. Ja, als bekennende Frühsportlerin kann ich Dich verstehen, stoße aber auch das gleiche Unverständnis innerhalb meines Umfeldes. Was solls, dann muss man halt alleine los.. wobei – im letzten Jahr hatte ich mit einem Nachbarn einen Frühmorgenslaufbegleiter gefunden, das war wirklich nett.

    In dem Sinne.. schöne weitere Morgentouren und gute Besserung für die Sehne.

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    1. Dankeschön, für die Besserungswünnsche – ich leite sie sofort meinem Haxen weiter!

      Ich hatte noch nie einen echten Laufpartner, mit dem man gemeinsam verschlafen durch die Gegend hoppeln kann… stell ich mir gelegentlich schon fein vor 🙂

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  3. Oh, wie aufregend, ein Fremdsprachenblog. Kelev für Hund ist für ich völlig neu. Nur nicht die unangenehmen Begleiterscheinungen, die kenne ich auch nur zu gut. Ebenso wie die der Stockenten 😉

    Viele Grüße aus dem hohen und erträglich temperierten Norden
    Volker

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    1. Hehe, ich bau gelegentlich, eher unbeabsichtigt, Worter diverser Sprachen ein. Mein Kopf is da eher sehr großzügig 😉

      Uh, Stockenten könenn das auch gut? INjaa, wobei cih mir gut vorstellen kann, wie sie stehen und glotzen *g*

      Liebe Grüße zurück aus dem elendiglich temperierten Österreich..

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